Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Frauenrecht ist nicht ein abstrakter Begriff; es ist vor allem eine persönliche Sache.
* Toni Morrison
11.06.2014

Rentenreform DF gratuliert ASF und Frauen Union zur Mütterrente

Ab 1. Juli erhalten Eltern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, mehr Rente. Die sogenannte „Mütterrente“ wurde nach langen Auseinandersetzungen vergangene Woche im Bundestag beschlossen. Hannelore Buls, Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, beglückwünschte die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) und die Frauen Union der CDU zu diesem politischen Teilerfolg.

Ab 1. Juli 2014 erhalten Mütter oder Väter für jedes vor 1992 geborene Kind einen Rentenpunkt mehr für ihre Erziehungsleistungen, das bedeutet für eine Westrente 28,61 Euro und für eine Ostrente 26,39 Euro pro Monat.

Buls: Großer Erfolg für die Gleichstellung
In ihrem Schreiben an die Frauenorganisationen der beiden Koalitionsparteien schreibt Buls: „Ich gratuliere Ihnen herzlich, dass Sie dieses Vorhaben zum (vorläufigen) Ende geführt haben. Das ist ein großer Erfolg für die Gleichstellung.“ Mit den „Mütterpunkten“ werde einmal deutlich, „was Frauen alles für die Gemeinschaft leisten und geleistet haben, dabei jedoch auf die Anerkennung und den persönlichen Nutzen durch finanzielle Bewertung bisher verzichten mussten.“

DF: Ziel bleibt weiterhin drei Rentenpunkte für alle Kinder
Buls erinnerte in ihrem Schreiben aber auch daran, dass der Deutsche Frauenrat an seiner Forderung nach voller Angleichung der Erziehendenrente festhalten wird, d.h. an drei Rentenpunkten pro Kind unabhängig von seinem Geburtsjahr.

OstrentnerInnen bleiben schlechter gestellt
Überhaupt keinen Erfolg hingegen hatte der Appell einer Initiative für eine einheitliche Erziehendenrente in Ost und West. Frauen aus Sozialverbänden, Gewerkschaften und Deutschem Frauenrat hatten sich Ende April an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages mit der Forderung gewandt, die Rentenzahlungen bundesweit zu vereinheitlichen. Denn fast ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung des Landes sei es „eine nicht mehr hinnehmbare Ungerechtigkeit, dass Kindererziehung im Osten immer noch schlechter bewertet werden soll als in den alten Bundesländern“, hieß es in dem Appell.

Henke: Angleichung “ohne Aussicht auf Realisierung”
Der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Rudolf Henke (CDU), schrieb in seiner Antwort an die DF-Vorsitzende, dass die Forderung nach Angleichung der Erziehendenrente seines Erachtens „ohne Aussicht auf Realisierung“ sei. Dennoch habe er den Appell an die zuständige Arbeitsgemeinschaft Arbeits- und Soziales seiner Fraktion weitergeleitet, „die sich mit dieser Thematik noch einmal auseinandersetzen wird.“

AutorIn: Ulrike Helwerth
Erstellt am: Montag 26. Mai 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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