Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Insbesondere Geld, gesellschaftliche Akzeptanz, Ungebundenheit und Macht sind auch heute noch so ungleich verteilt, dass wir schlechterdings nicht behaupten können, Frauen rivalisierten unter gleichen Bedingungen.
* Christine Bergmann
06.04.2017

Staffelstab übergeben - Landesfrauenrat wählt neuen Vorstand

Am Samstag, den 01.04.2017, wählten die Delegierten der Mitgliedsverbände des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt e.V. den neuen Vorstand. Bestätigt wurden Eva von Angern ((Linke Sozialistische Arbeitsgemeinschaft der Frauen in der Partei Die Linke) als Vorsitzende und Steffi Schikor (Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten des Landes Sachsen-Anhalt) als Schatzmeisterin. Nicht mehr angetreten als stellvertretende Vorsitzende war Cornelia Lüddemann. Sie übergibt den Staffelstab nach sechs Jahren Vorstandsarbeit an Sarah Schulze (Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratische Frauen).
Für die Funktion der Beisitzerinnen wurden Ruth Cohaus (Deutscher Juristinnenbund) und Cornelia Schiergott (Frauenunion) im Amt bestätigt. Neu gewählt wurden Dr. Ingrid Adam (Frauenpolitischer Runder Tisch der Stadt Magdeburg), Ellen Bornschein (verdi, Bezirksfrauenrat), Yvonne Joachim (AWO Landesverband) und Susan Sziborra-Seidlitz (Landesfachgruppe Gleichstellung BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN).

Im Zuge der Delegiertenversammlung fassten die Anwesenden vier inhaltliche Beschlüsse. Die thematische Bandbreite reicht von einer klaren Positionierung gegen Rechtspopulismus über die Forderungen an eine Novellierung des Frauenfördergesetzes und zu den umzusetzenden Schwerpunkten für die Betreuung und Beratung für gewaltbetroffene Frauen und Kinder bis hin zum Beschluss „Frauenarmut entschlossen entgegen treten".


Der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. hat das Thema Frauenarmut zum Schwerpunktthema seiner Arbeit für das Jahr 2017 ernannt. Aus diesem Anlass lud der Landesfrauenrat Christian Woltering vom Paritätischen Gesamtverband zum Fachgespräch zum Thema „Warum Armut (oft) weiblich ist: Armutssituation und Armutsrisiken von Frauen in Deutschland" ein. Herr Woltering stellte die Armutsentwicklung in Deutschland insgesamt dar. Er verwies dabei auf den Widerspruch zwischen der Entwicklung der Armutsgefährdung (kontinuierliche Zunahme) und der generellen Wohlstandsentwicklung in Deutschland (ebenfalls beständig zunehmend). Dem zu Folge sind Teile der Gesellschaft von der Wohlstandsentwicklung abgehängt. In den Gruppen, die am häufigsten von Armut betroffen sind, gab es in den letzten Jahren auch keine Veränderung. Nach wie vor haben Erwerbslose, Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen, Renter_innen und Alleinerziehende ein erhöhtes Risiko arm zu sein. Fügt man eine Geschlechtsperspektive hinzu, lässt sich für alle Gruppen feststellen: Frauen sind immer stärker von Armut betroffen als Männer. Der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt fordert in seinem umfassenden Antrag daher einen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung der Frauenarmut.

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