Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wir wollen lieber fliegen als kriechen.
* Louise Otto-Peters
14.10.2013

Unterstützungsaufruf der Aktionsgruppe "Mütter für Rentengerechtigkeit"

Unterstützungsaufruf der Aktionsgruppe “Mütter für Rentengerechtigkeit”
Seit Beginn dieses Jahres kämpfen wir für eine Änderung in der Sozialgesetzgebung – konkret für die ersatzlose Streichung des A7 249,1 SGB VI, um die gesellschaftliche Diskriminierung von rund 9,5 Mio. Frauen in der gesetzlichen Rentenversicherung zu beenden. Die Aktionsgruppe “Mütter für Rentengerechtigkeit” hat am 29.08.13 dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages weitere 10.000 Unterschriften (nach bereits 2.000 im April und 4.000 im Juni) und die Petition den Parteizentralen von CDU, SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Berlin übergeben. Als Vertreter ihrer Parteien stellten sich Claudia Hassenbach und Oliver Schenk (beide CDU), Achim Schreier (SPD), Steffi Lemke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Jörg Paschedag (FDP) den kritischen Fragen der Aktionsgruppe und der Forderung, die Benachteiligung älterer Mütter aufzuheben. Dabei war nicht überall Verständnis für das Anliegen der Initiative zu spüren.
Nun nach der Bundestagswahl beobachten wir die politische Entwicklung sehr genau, ob die zur “Mütterrente” gemachten Versprechungen auch in die Tat umgesetzt werden. Wie auch immer die Sondierungsgespräche und ggf. Koalitionsverhandlungen ausgehen mögen – wird unser Anliegen vergessen oder “geopfert” gehen wir wieder mit Protesten auf die Straße. Wir erinnern die Parteien und Politiker an ihre Wahlversprechen und den Bundestag an unsere Forderung. Wir “Schürzenmütter” bleiben weiter aktiv in Sachen “Rentengerechtigkeit für Mütter” und planen unsere nächsten Schritte.

Bis zum Monatsende werden wir ca. 20.000 Unterschriften aus ganz Deutschland vorzuweisen haben. Um der ganzen Sache mehr Nachdruck zu verleihen, werden wir Verbände, Organisationen und andere Gruppierungen, die sich für Frauen/Mütter/Rentnerinnen einsetzen, bitten, ihr Gewicht mit in die Waagschale zu werfen und die Rentengerechtigkeit für ALLE Mütter einzufordern. Mütter, die wegen der Erziehung ihrer Kinder nicht arbeiten konnten, sollen drei Rentenpunkte pro Kind bei ihrer Altersrente angerechnet werden. Die derzeit angestrebte und als machbar eingestufte Lösung, lediglich einen Rentenpunkt zusätzlich zuzusprechen, darf nur als kurzfristige realisierbare Zwischenlösung angesehen werden.

Gerade jetzt zur Zeit der Regierungsneubildung ist es wichtig, die Bemühungen um Verbesserung der Altersversorgung älterer Mütter nicht aufzugeben. Denn nun wird der Handlungsbedarf auch von der EU benannt. Danach hat Deutschland bei den Altersversorgungen die zweitgrößte Lücke zwischen Männern und Frauen. Die geschlechtsspezifische Differenz bedeutet für Frauen im Durchschnitt 44% weniger Altersbezüge, wobei der Ehestand und die Zahl der Kinder die Hauptursache sind. Es liegen jetzt konkrete Zahlen zu dieser Benachteiligung vor, was Frauen schon lange spürten.
Wir möchten Sie auf eine EU-Veröffentlichung hinweisen, die die verschärfte Ungleichheit bei Frauenaltersversorgung in Deutschland darstellt (s. gekürzter Text in der Anlage, Original via Internet). Das Frauenministerium hat eine ähnliche Publikation zum “Gender Pension Gap” veröffentlicht.

Um diese bestehende Ungerechtigkeit zu entschärfen muss die Politik weiterhin zum Handeln getrieben werden. Der Zuspruch einzelner Gleichstellungsbeauftragter, die uns bereits unterstützen, ermutigt uns, auch Sie zu bitten, sich in Ihren Gremien für entsprechende Stellungnahmen und Aufforderungen einzusetzen. Übrigens ist es auch im Sinne der Kommunen, die Versorgungslücken bei den Rentnerinnen zu reduzieren, denn das entlastet sie fast im gleichen Maße!

Informationen zu unserem Anliegen und unseren Forderungen finden Sie auf unserer Homepage.

Es grüßt Sie freundlich
Brigitte Neuß
Aktionsgruppe “Mütter für Rentengerechtigkeit”
Postfach 11 17, 53910 Swisttal
Tel 02254 / 844 936

Die Einreichung der nächsten Petition ist für den 01.11.2013 geplant. Unterschriftslisten findet Ihr/finden Sie auf der Internetseite der Aktionsgruppe.

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