Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Jene Gleichberechtigung ist unentbehrliche Voraussetzung, aber nicht das Ziel.
* Lida Gustava Heynemann
17.08.2015

Veröffentlichung: Karriereperspektiven berufstätiger Mütter

Die Kombination von Mutterschaft und Karriere bleibt schwierig. Für die Studie „Karriereperspektiven berufstätiger Mütter“ wurden 1.801 Teilnehmerinnen in Fach- und Führungspositionen online zu ihrer Lebenssituation befragt. Ein Ergebnis: Zwei Drittel der Frauen mussten sich nach ihrer Rückkehr in den Beruf mit schlechteren Bedingungen abfinden.
Die Studie ergab, dass zwar 68 Prozent der Mütter nach Geburt und Auszeit zu ihrem alten Arbeitgeber zurückkehrten. Jedoch konnte jede vierte die alte Position nicht übernehmen und war damit mehrheitlich nicht zufrieden. Bei 25 Prozent wurde der Arbeitsplatz dauerhaft durch andere MitarbeiterInnen besetzt oder langfristig gestrichen (5 Prozent). Zwei Drittel der Mütter sahen sich mit einem niedrigeren Tätigkeitsniveau, geringeren Einflussmöglichkeiten, schlechterer Bezahlung oder schlechteren Aufstiegschancen konfrontiert.
„Gesellschaftspolitisch ist dies ein fatales Signal. Beruflich engagierten Frauen wird vor Augen geführt, welche negativen Folgen eine Schwangerschaft für die eigene Karriere haben kann“, so Prof. Dr. Yvonne Ziegler, die die Studie zusammen mit Prof. Dr. Regine Graml und Caprice Weissenrieder von der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS) durchführte.
70 Prozent der Mütter, insbesondere diejenigen in Führungspositionen, fürchteten durch eine längere Auszeit beruflich benachteiligt zu werden. 12 Prozent meinten sogar, ihren Arbeitsplatz dadurch zu riskieren. Sie reagierten darauf, indem sie die berufliche Pause entsprechend verkürzten. So haben ein Drittel der Befragten nur sechs Monate und kürzer pausiert.
Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, wünschten sich die Mütter mehrheitlich flexiblere (50 Prozent) oder kürzere Arbeitszeiten (31 Prozent), Arbeitszeitkonten (47 Prozent) oder das Jobsharing-Modell (42 Prozent). Die Unternehmen kommen diese Wünschen teilweise nach, aber bei 16 Prozent der Befragten kommt keines der Modelle zum Tragen. Graml warnt jedoch davor „Teilzeit als die Lösung für das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sehen“. Die Hälfte der Befragten sprach sich auch für eine Quote für Frauen in Führungspositionen aus.

Quelle: Deutscher Frauenrat

zur Pressemitteilung der FRA-UAS

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