Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Glaube nicht, es muss so sein, weil es nie anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte für sterile Gehirne. Schaffe Möglichkeiten!
* Hedwig Dohm

Petra Börst-Harder (SPD)

Petra Börst-Harder

Petra Börst-Harder

1. Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt

Was werden Sie tun, um die in diesen Bereichen bestehenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu verändern und eine geschlechtergerechte Verteilung von Lohn und Arbeit zu erreichen?

  • Durch eine Festlegung im Entgeltgleichheitsgesetz muss dafür gesorgt werden, dass Frauen für die gleiche und gleichwertige Arbeit ebenso bezahlt werden wie Männer.

Mit welchen Maßnahmen setzen Sie sich für die Schaffung von ausreichend und existenzsichernden Arbeitsplätzen für Frauen ein?

  • Es muss mehr dafür getan werden, dass Frauen Beruf und Familie miteinander vereinbaren können. Das ist ein wesentlicher Faktor, damit es Frauen möglich ist einer Tätigkeit nachzugehen, mit der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Weiterhin ist die Einführung des Mindestlohns von 8,50 € ein Schritt auf dem Weg heraus aus sogenannten prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Wie werden Sie das Steuerrecht reformieren, um mehr Steuergerechtigkeit für beide Geschlechter zu erreichen und für Frauen Erwerbsanreize zu erhöhen?

  • Im Einkommenssteuerrecht soll das Ehegattensplitting abgeschafft werden. Das Einverdienerehen bzw. Ehen mit einem großen Einkommensunterschied. Das ist ungerecht. Die Abschaffung des Ehegattensplittings hätte auch zur Folge, das sich Arbeit für verheiratete Frauen mehr lohnt und sie nicht auf die Zuverdienerin reduziert wird. Diese Regelung spiegelt ein überholtes Gesellschaftsbild wieder.

2. Familienpolitik

Welche Vorstellungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben Sie?

  • Es sollte darauf hingewirkt werden, dass Arbeitszeit flexibler und an den jeweils aktuellen Bedarf angepasst gestaltet werden kann. Gleichzeitig muss es Kinderbetreuungsangebote geben, die den Eltern die Berufstätigkeit erlauben. Auch sollen Väter darin unterstützt werden, vermehrt Elternzeit oder Freistellung für die Familienarbeit in Anspruch zu nehmen. Hier ist vor allem auch ein gesellschaftliches Umdenken erforderlich.

Wie stellen Sie sich die Umsetzung des Anspruches auf einen Betreuungsplatz ab August 2013 vor? Wie hat sich Ihre Partei auf Probleme eingestellt?

  • Dies liegt zumeist in kommunaler Hand. Die Kommunen brauchen dafür jedoch finanzielle Unterstützung und die muss ihnen auch gewährt werden. Zudem müssen wir ein Augenmerk darauf haben wie es gelingen kann dafür zu sorgen, dass ausreichend qualifizierte Kräfte für die Kinderbetreuung zur Verfügung stehen.

Wie bewerten Sie die Einführung des Betreuungsgeldes?

  • Das Betreuungsgeld lehne ich ab. Ich halte es für ein falsches Signal. Hier wird ein überholtes Familienbild bedient, dass die Frauen dazu veranlassen soll, sich einzig zu Hause der Kinderbetreuung zu widmen und damit einer Berufstätigkeit und beruflichen Entwicklung entgegen steht. Zudem birgt die Zahlung des Betreuungsgeldes das Risiko, dass Kinder, die von Betreuung und frühkindlichen Förderung profitieren würden keine Kita besuchen und ihnen damit eine wichtige Entwicklungschance genommen wird. Das Betreuungsgeld sollte unverzüglich abgeschafft und die Mittel stattdessen in Kinderbetreuungseinrichtungen investiert werden.

3. Gewalt gegen Kinder und Frauen

Wie werden Sie die bundesweiten Diskussionen weiterführen und die Entwicklungen für eine ausreichende und gesicherte Finanzierung der Unterstützungseinrichtungen vorantreiben, damit zukünftig der Schutz und die bedarfsgerechte Unterstützung der betroffenen Frauen gewährleistet werden kann?

  • Gewalt gegen Frauen und Kinder ist nicht hinnehmbar. Hier wird auch in Zukunft die Arbeit von Frauenhäusern, Beratungsstellen und andere Unterstützung erforderlich sein. Dies muss auch zukünftig finanziell abgesichert werden.

Wie will Ihre Partei das öffentliche Bewusstsein für das Thema Frauenhandel und für die Probleme der sexuell ausgebeuteten Frauen deutscher und nicht-deutscher Herkunft nachhaltig fördern?

  • Diese Themen müssen öffentlich gemacht werden. Dazu braucht es auch eine starke Stimme in der Regierung. In einer SPD-geführten Regierung wird die Gleichstellungspolitik eine größere Rolle spielen als bisher.

4. Gleichberechtigte Partizipation von Frauen an politischen Entscheidungsfunktionen und Inhalten

Wie stehen Sie zur Quotierung bei der Nominierung für wichtige öffentliche Ämter, Aufsichtsräte oder Entscheidungsgremien?

  • Ich werde mich einsetzen für eine verbindliche Geschlechterquote für Aufsichtsräte und Vorstände börsennotierter Unternehmen von 40 %. Der öffentliche Dienst sollte hier beispielgebend vorangehen und durch eine Änderung im Bundesgleichstellungsgesetz für entsprechende gesetzliche Regelungen sorgen.

nach oben