Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Haben und nicht geben ist in manchen Fällen schlimmer als stehlen.
* Marie von Ebner-Eschenbach

Kandidatinnen aus Sachsen-Anhalt beantworten unsere Fragen für Sie

Die Landesliste zur Bundestagswahl der CDU berücksichtigt bei insgesamt zwölf KandidatInnen vier Frauen, die der SPD bei insgesamt neun KandidatInnen drei Frauen, die Liste der LINKEN berücksichtigt bei sieben Personen vier Frauen, die Liste der FDP stellt bei fünf ListenkandidatInnen eine Frauen und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehen bei einer Liste von insgesamt acht Personen vier Plätze für Frauen vor.
Erfreulich ist, dass die Parteien CDU, DIE LINKE, FDP und BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN jeweils den ersten Listenplatz mit einer Frau besetzen. Die Frauen sind Heike Brehmer (CDU), Petra Sitte (DIE LINKE), Cornelia Pieper (FDP) und Steffi Lemke (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN).

unsere Fragen

Obwohl die Gleichberechtigung von Frauen und Männern grundgesetzlich und landesrechtlich verankert sind, klaffen Realität und rechtlicher Auftrag bis heute noch auseinander.

1. Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt
Für Frauen in Ostdeutschland ist die Berufstätigkeit eine Selbstverständlichkeit und Mädchen erwerben zunehmend bessere Bildungsabschlüsse als Jungen. Trotzdem verdienen Frauen in Ostdeutschland rund 6% weniger als Männer und der weibliche Anteil an Führungspositionen liegt unter 25%.

  • Was werden Sie tun, um die in diesen Bereichen bestehenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu verändern und eine geschlechtergerechte Verteilung von Lohn und Arbeit zu erreichen?
  • Mit welchen Maßnahmen setzen Sie sich für die Schaffung von ausreichend und existenzsichernden Arbeitsplätzen für Frauen ein?
  • Wie werden Sie das Steuerrecht reformieren, um mehr Steuergerechtigkeit für beide Geschlechter zu erreichen und für Frauen Erwerbsanreize zu erhöhen?

2. Familienpolitik
Es sind fast ausschließlich Frauen, die über Elternzeit und Teilzeitarbeit Beruf und Familie vereinbaren. Noch immer übernehmen Frauen zum größten Teil die Erziehung der Kinder, Pflege der Eltern und die Arbeit im privaten Haushalt.

  • Welche Vorstellungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben Sie?
  • Wie stellen Sie sich die Umsetzung des Anspruches auf einen Betreuungsplatz ab August 2013 vor? Wie hat sich Ihre Partei auf Probleme eingestellt?
  • Wie bewerten Sie die Einführung des Betreuungsgeldes?

3. Gewalt gegen Kinder und Frauen
Strukturelle Benachteiligung von Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft ist eine der Ursachen für die körperliche, sexualisierte und psychische Gewalt gegen Kinder und Frauen. In Sachsen-Anhalt ist in den vergangenen Jahren eine hochprofessionelle Beratungs-, Vernetzungs- und Interventionsstruktur aufgebaut und weiterentwickelt worden, die dieser Tatsache mit frauenspezifischen Angeboten Rechnung trägt. Bei allem Stolz auf das Erreichte gibt es noch Aufgaben, die intensiviert und vorangetrieben werden müssen. Insbesondere steht immer wieder die Finanzierung zur Disposition. Seit Mitte 2012 liegt ein Bericht der Bundesregierung zur Situation der Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und andere Unterstützungsangebote für gewaltbetroffenen Frauen und deren Kinder vor, der die seit langem angemahnten Defizite hinsichtlich fehlender Strukturen und Ressourcen untermauert. Bundesweit werden einheitliche Regelungen zur finanziellen Absicherung der Unterstützungseinrichtungen gefordert, geprüft und mittlerweile auch beschrieben.

  • Wie werden Sie die bundesweiten Diskussionen weiterführen und die Entwicklungen für eine ausreichende und gesicherte Finanzierung der Unterstützungseinrichtungen vorantreiben, damit zukünftig der Schutz und die bedarfsgerechte Unterstützung der betroffenen Frauen gewährleistet werden kann?
  • Wie will Ihre Partei das öffentliche Bewusstsein für das Thema Frauenhandel und für die Probleme der sexuell ausgebeuteten Frauen deutscher und nicht-deutscher Herkunft nachhaltig fördern?

4. Gleichberechtigte Partizipation von Frauen an politischen Entscheidungsfunktionen und Inhalten
Trotz innerparteilicher Quotierungen ist der Frauenanteil in Vorständen, Kommissionen und bei den Delegierten sehr niedrig.

  • Wie stehen Sie zur Quotierung bei der Nominierung für wichtige öffentliche Ämter, Aufsichtsräte oder Entscheidungsgremien?

die Antworten

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