Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Insbesondere Geld, gesellschaftliche Akzeptanz, Ungebundenheit und Macht sind auch heute noch so ungleich verteilt, dass wir schlechterdings nicht behaupten können, Frauen rivalisierten unter gleichen Bedingungen.
* Christine Bergmann

Miriam Matz

Miriam Matz

Miriam Matz

1. Welche frauenpolitische Ziele wollen Sie in der nächsten Wahlperiode des Bundestages umsetzen?

Ich wünsche mir, dass Frauen so schnell als möglich genau so viel verdienen, wie Männer. Daher steht unser grünes Entgeltgleichheitsgesetz ganz weit oben auf meiner Agenda. Weitere wichtige Ansatzpunkte sind diskriminierungsfreie anonyme Bewerbungsverfahren oder der Ausbau der Frauenquote für Aufsichtsträte großer Unternehmen.
Zweites großes Anliegen ist mir die Sicherstellung der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen. Dazu zählt für mich ein Ende des Wegschauens bei vermeintlich ‚harmlosen‘ Übergriffen und stattdessen eine stringente Anwendung des reformierten Sexualstrafrechts, damit der Anspruch ‚Nein heißt Nein‘ verbindlich und eindringlich durchgesetzt wird.
Für alle Frauen, die leider doch Opfer von Angriffen oder häuslicher Gewalt werden, müssen Schutzräume auskömmliche finanziert sein und eine qualifizierte Notfallversorgung sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote bereitstehen. Ebenso brauchen wir gute und finanzierte Beratungs- und Anlaufstellen für Opfer von Cybermobbing und Gewalt im Netz und für Beschwerden gegen Sexismus in der Werbung fordern wir eine unabhängige Kommission als Anlaufstelle.

2. Würden Sie sich als Feministin bezeichnen?

Ja, natürlich.

3. Was ist ihr Vorschlag im Kampf gegen Frauenarmut?

Grüne Frauenpolitik unterstützt Frauen darin, wirtschaftlich unabhängig zu sein und sich im Job zu verwirklichen. Denn nur wer eigenes Geld verdient, kann sein Leben selbst gestalten. Die rechtssichere und einklagbare Herstellung von Lohngleichheit muss daher an erster Stelle stehen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Weiterhin sind unbedingt Regelungen und Umstände zu verändern, die insbesondere Frauen benachteiligen – wie die jetzigen Minijobs oder die Unterbezahlung in Pflegeberufen. Solange Pflegearbeit und Erziehungsleistungen mehrheitlich von Frauen geleistet werden, kommen diesen auch gesetzliche Erleichterungen wie wir sie beispielsweise mit dem flexiblen Vollzeitrecht fordern zu Gute, auch wenn dies im Großen Ganzen der Gleichberechtigungsdiskussion nur ein Zwischenschritt darstellen kann. Denn letztlich müssen die Männer hier endlich auch ihren gleichwertigen Beitrag leisten.
Nur, wer im Berufsleben genug verdient, kann nach der jetzigen Systematik im Alter eine wirklich auskömmliche Rente erwarten. Als Minimum sehen die Grünen konkret die Einführung einer Garantierente und für Frauen, die faire Anrechnung von Pflegezeiten bei der Rentenberechnung sowie die Angleichung der West- und Ostrenten vor.

4. Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste frauenpolitische Meilenstein der letzten Jahre?

Die Reform des Sexualstrafrechts, weil damit viele Rechtslücken geschlossen wurden und nun endlich der erkennbare Willen von Frauen im Vordergrund steht. Dies ist ein echter Fortschritt für die sexuelle Selbstbestimmung.
Und ich freue mich für all jene Frauen, denen die nach langen Jahren des Kampfes beschlossene Ehe für Alle Verbesserungen im Zusammenleben mit ihren Partnerinnen erlauben wird. Aus diesem symbolischen Sieg wird hoffentlich bald eine endgültige Normalisierung gleichgeschlechtlicher Lebensentwürfe.

Kontakt
Miriam Matz
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landesliste Platz 5
Direktkandidatin im Wahlkreis 73 Burgenland – Saalekreis
miriam.matz@gruene-lsa.de
https://www.gruene-lsa.de/team/miriam-matz/
https://de-de.facebook.com/MatzMiriam/

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