Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Man kann die Menschen nur richtig verstehen, wenn man sie liebt.
* Rosa Luxemburg

Heike Brehmer

Heike Brehmer CDU

Heike Brehmer CDU

1. Welche frauenpolitischen Ziele wollen Sie in der nächsten Wahlperiode des Bundestages umsetzen?

Ich möchte mich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass Frauen in unserer Gesellschaft auf allen Ebenen gleichberechtigt und selbstbestimmt leben, wirken und arbeiten können.
In unserem Regierungsprogramm der CDU und CSU haben wir klare frauenpolitische Ziele formuliert, die ich mit Engagement und Tatkraft unterstütze. Wir setzen unseren Kurs der Gleichstellung fort und wollen uns für mehr Frauen in Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung sowie Lohngerechtigkeit einsetzen. Mir ist es besonders wichtig, dass wir Familien finanziell entlasten, indem wir Freibeträge für Kinder bei der Einkommenssteuer in zwei Schritten auf das Niveau des Erwachsenenfreibetrags anheben und das Kindergeld erhöhen. Durch einen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit wollen wir insbesondere Frauen ermöglichen, Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen.

Ich möchte mich für gleiche Chancen für Frauen auf allen Ebenen einsetzen. Die Gleichstellung von Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Dienst wollen wir bis spätestens 2025 abschließend erreicht haben. Gerechte Bezahlung bleibt auch in Zukunft ein wichtiges Thema. Um die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu verringern, wollen wir uns gemeinsam mit den Tarifpartnern in den Branchen mit dem höchsten Frauenanteil, d.h. Pflege, Kinderbetreuung, Gastronomie u.v.m. – für eine bessere Bezahlung und gesellschaftliche Aufwertung einsetzen. Es ist mir auch in Zukunft ein wichtiges Anliegen, die sexuelle Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen zu stärken und den Schutz von Frauen und Minderjährigen vor Gewalt zu verbessern. Bei der Integration von geflüchteten Menschen finde ich es wichtig, dass die bei uns geltenden Rechte, wie die Gleichberechtigung der Frau, eingehalten werden.

2. Würden Sie sich als Feministin bezeichnen?

Ich würde mich persönlich nicht als „Feministin“ bezeichnen. Als Frau und Bundestagsabgeordnete setze ich mich für ein gleichberechtigtes Miteinander aller Geschlechter und Altersgruppen basierend auf dem christlichen Menschenbild ein. Für mich sind gegenseitiger Respekt, Anerkennung und Unterstützung wichtige Grundvoraussetzungen für unser tägliches Miteinander.

3. Was ist ihr Vorschlag im Kampf gegen Frauenarmut?

Mit Bildung als Schlüssel zum Erfolg wollen wir jungen Mädchen den Weg ins Berufsleben ermöglichen und gegen Arbeitslosigkeit ankämpfen. Zusätzlich wollen wir neue Arbeitsplätze in den Wirtschaftszweigen Digitalisierung, Technologie sowie im Gesundheits- und Dienstleistungsbereich ansiedeln. Ich finde es in Zeiten des Fachkräftemangels besonders wichtig, Mädchen bereits im Schulalter für diese Bereiche zu begeistern. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Frauen überall in Deutschland gleichwertigen Zugang zu Bildung, Arbeit, öffentlicher Infrastruktur und Leistungen der Daseinsvorsorge haben. Die Angleichung der Lebensverhältnisse in Stadt, Land, Nord, Süd, Ost und West ist eine wichtige Basis, um den Wohlstand in unserer Gesellschaft langfristig zu sichern.

Ich unterstütze die Forderung „gleiches Geld für gleiche Arbeit“, die wir in unserem Regierungsprogramm ansprechen als entscheidende Zukunftsaufgabe im Kampf gegen Frauenarmut. Künftig werden wir die Auswirkungen des Entgelttransparenzgesetzes intensiv überprüfen und ggf. gemeinsam mit den Sozialpartnern weitere Schritte unternehmen. In meinen Augen ist es unerlässlich, dass wir Frauen während ihres Erwerbslebens so unterstützen, dass sie weder in jungen Jahren noch im Alter von Armut betroffen sind.

Wir wollen erreichen, dass Arbeitsplätze nicht nur in Ballungsräumen entstehen und Menschen in allen Teilen Deutschlands Arbeit und Ausbildung in der Nähe ihres Heimatortes finden können. Aus diesem Grund setze ich mich für eine gezielte Strukturpolitik gerade im ländlichen Raum ein. Familiengründung und berufliche Karriere dürfen kein Widerspruch sein – dafür brauchen wir flexible Arbeitszeitmodelle für junge Eltern sowie den flächendeckenden Ausbau guter Betreuungsmöglichkeiten und –zeiten. Für mich ist klar, wer sein Leben lang gearbeitet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt hat, muss im Alter angemessen finanziell versorgt sein und eine Rente entsprechend seiner Lebensleistung erhalten.

4. Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste frauenpolitische Meilenstein der letzten Jahre?

Aus meiner Sicht war es ein bedeutender Meilenstein, dass wir mit der Einführung der Mütterrente einen weiteren Rentenpunkt für Kinder eingeführt haben, die vor 1992 geboren wurden. Damit haben wir die Lebensleitung von bundesweit 9,7 Millionen Frauen anerkannt und gewürdigt. Viele Frauen haben damit erstmalig einen Rentenanspruch erreichen können. Gleiche Chancen am Arbeitsmarkt und mehr Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen sind für mich weitere Meilensteine in der Frauenpolitik. Durch die Einführung der Frauenquote haben wir erreichen können, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen stetig wächst. Mit dem Entgelttransparenzgesetz haben wir einen wichtigen Schritt zur Schaffung von mehr Lohngerechtigkeit umgesetzt. Wir haben den Wechsel aus der häufig von Frauen genutzten Steuerklasse V erleichtert, um Ehepaaren mehr Freiraum und Individualität bei der Wahl ihres Steuermodells zu geben.

In meinen Augen ist die Unterstützung von Familien und Alleinerziehenden ein weiterer Meilenstein, den wir auch in Zukunft weiter fördern. Wir haben das ElterngeldPlus eingeführt, das Kindergeld sowie Kinderfreibeträge an die Steigerung der Lebenshaltungskosten angepasst. 5,3 Milliarden Euro sind in den Bau und Betrieb von Kindertagesstätten investiert worden. Für die Sanierung von Schulen und Einrichtungen wurden rund 7 Milliarden Euro bereitgestellt. Ich finde es wichtig, dass wir mit den vergangenen Gesundheits- und Pflegereformen rund 500.000 Menschen erstmals Zugang zu Pflege eröffnet haben und damit Pflegebedürftige und Angehörige – darunter viele Frauen – unterstützen konnten. Mit dem Gesetz zum Verbot von Kinderehen haben wir den Schutz von Minderjährigen Mädchen und jungen Frauen gestärkt.

Noch in diesem Jahr haben wir mit der Novellierung des Mutterschutzgesetzes die Rahmenbedingungen für Schwangere und Mütter in Bezug auf Arbeitsschutz und Beschäftigungsverbot zeitgemäß angepasst. Selbstständige können sich erstmals auch privat absichern. Den Schutz von Frauen vor Ausbeutung und sexueller Gewalt haben wir durch die Reform des Sexualstrafrechts deutlich verbessert.

Kontaktdaten
Heike Brehmer, MdB
www.heike-brehmer.de
facebook.com/heike.brehmer.14
twitter: @HeikeBrehmerMdB

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