Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Glaube nicht, es muss so sein, weil es nie anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte für sterile Gehirne. Schaffe Möglichkeiten!
* Hedwig Dohm

Franziska Kersten

Franziska Kersten (SPD)

Franziska Kersten (SPD)

1. Welche frauenpolitische Ziele wollen Sie in der nächsten Wahlperiode des Bundestages umsetzen?

Die Gleichstellung von Frauen und Männern sehe ich als Voraussetzung für eine zukunftsfähige, moderne und gerechte Gesellschaft.
Daher halte ich es für entscheidend, die Frauen/ Geschlechterquote weiter zu steigern und den Geltungsbereich auf alle Unternehmen, auf Körperschaften des öffentlichen Rechts wie die Sozialversicherungen und auf alle Gremien wie Vorstände und Aufsichtsräte auszudehnen. Dem Öffentlichen Dienst kommt hierbei eine Vorbildfunktion zu, der sie zum Beispiel in Sachsen-Anhalt noch nicht nachkommt.

2. Würden Sie sich als Feministin bezeichnen?

Nein. Ich bin in Ostdeutschland gemeinsam mit zwei Schwestern mit einer vollerwerbstätigen Mutter aufgewachsen. Es war für mich immer klar, dass gleiche Chancen für Männer und Frauen bestehen sollten, um das Potential voll abrufen zu können.
Dabei ist Gleichberechtigung für mich mehr als gendergerechte Sprache.
Der Kulturwandel ist noch im vollen Gange und Auswirkungen begegnen mir jeden Tag.

3. Was ist ihr Vorschlag im Kampf gegen Frauenarmut?

Dazu gibt es verschiedene Ansatzpunkte:
Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt mit gleicher und gerechter Bezahlung für gleiche Arbeit.
Die Weiterentwicklung des Mindestlohns und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Um gute Arbeit für jeden individuell zu erreichen, braucht es in der Gesamtheit eine gute Kinder- und Bildungspolitik und den Ausbau der Ganztagsschulen. Nur wenn die Kinder gut betreut werden, können Eltern konzentriert ihrem Job nachgehen.

Außerdem ist die steuerliche Entlastung von Alleinerziehenden ein Weg, um Armut und auch später Altersarmut zu verhindern. In der Zukunft sollte ein Familientarif mit Kinderbonus eingeführt werden, von dem verheiratete und unverheiratete Eltern mit Kindern, wie auch Alleinerziehende profitieren. Das neue Modell sollte das alte Ehegattensplitting ersetzen und auf die Förderung von Kindern ausgerichtet sein.

Denkbar wäre auch eine stärkere Berücksichtigung der Erziehungsleistung in Hinblick auf die Rente. Langjährig Versicherte müssen von ihren Alterseinkünften angemessen leben können. Für niedrige Renten nach langjähriger Beitragszahlung sollte ergänzend eine Solidarrente eingeführt werden.

Außerdem sind viele Frauen im sozialen Bereich tätig. Die Aufwertung der Beschäftigung in diesem Bereich ist dringend notwendig und sollte sich auch in einer verbesserten Bezahlung niederschlagen. Dabei ist die Stärkung der Tarifbindung der zentrale Ansatz für eine Aufwertung sozialer Dienstleistungen.

4. Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste frauenpolitische Meilenstein der letzten Jahre?

Die Einführung des Mindestlohns, da überdurchschnittlich viele Frauen davon profitiert haben.
Außerdem ist die Einführung der gesetzlichen Frauenquote in den Führungsebenen großer Unternehmen ein Meilenstein, an dem die SPD wesentlichen Anteil hat.

Kontakt
e-mail: kontakt@franziska-kersten.de
facebook: kersten.franziska
Twitter: kersten_spd.de

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